Borussia Dortmund bleibt auch nach dem 22. Spieltag der
Fußball-Bundesliga auf Champions-League-Kurs. Bei Bayer Leverkusen
gewann der BVB nach einer intensiven Partie mit 1:0 (0:0) und baute den
Vorsprung auf den Tabellenvierten damit auf 16 Punkte aus. Auch Hertha
BSC auf Platz drei liegt nun schon 15 Punkte hinter den Schwarzgelben.
30.210 Zuschauer in der ausverkauften BayArena wurden Zeugen einer an
Chancen armen, von der Taktik geprägten ersten Halbzeit, in der sich
beide Teams größtenteils neutralisierten. Aubameyang vergab kurz vor der
Pause die größte Chance (45.+2). Auch danach änderte sich am
Spielgeschehen zunächst wenig. Der BVB nutzte aber einen blitzsauber
vorgetragenen Konter zur Führung durch Aubameyang
(64.). Nach einer Spielunterbrechung von etwa 10 Minuten, weil es nach
dem Tor zu Diskussionen zwischen dem Schiedsrichter und der Leverkusener
Bank gekommen war, drückte die Werkself auf den Ausgleich. Der BVB aber
behielt die Oberhand.
Ausgangslage: „Die Mannschaft verfügt über eine hohe
individuelle Qualität und ihren eigenen Stil – einen sehr intensiven“,
charakterisiert Thomas Tuchel vor der Partie den Gegner. Er erwartete
ein Spiel auf höchstem Niveau: „Leverkusen spielt im Moment mit viel
Vertrauen und mit viel Mut.“ Borussia verlor nur zwei der letzten zehn
bzw. drei der letzten 17 Bundesliga-Spiele gegen Bayer (alle zuhause)
und war seit 2007 ohne Niederlage in Leverkusen.
Bender, der hier Anweisungen von Thomas Tuchel bekommt, war wieder an Bord und in der Startelf.
Personalien: Erstmals seit langer Zeit hatte der BVB keinen
einzigen verletzten Spieler im Kader zu beklagen. Allerdings fiel
Gündogan mit grippalem Infekt aus. Mit fünf Wechseln reagierte Thomas
Tuchel auf das intensive Spiel am Donnerstag gegen den FC Porto: Pulisic
stand erstmals in der Bundesliga in der Startelf, auch Bender, Durm und
Ginter kamen neu ins Team. Außerdem spielte Leitner erstmals in dieser
Saison von Beginn an. Leverkusen fehlten Aranguiz und Bender (beide
Aufbautraining).
Taktik: Borussia Dortmund agierte in einem interessanten, sehr
variablen 4-3-3-System, in dem Leitner gegen den Ball immer wieder aus
dem Mittelfeld auf den linken Flügel auswich. Pulisic zog sich dann auf
der linken Seite eine Position nach hinten zurück, um Durm gegen die
agilen Jedvaj und Mehmedi zu unterstützen. Leverkusen stellte dem eine
klassische 4-4-2-Grundordnung entgegen, in der Chicharito sich aber
immer wieder aus der Spitze ins Mittelfeld zurückfallen ließ, um sich
dort die Bälle abzuholen.
Spielverlauf & Analyse: Beide Mannschaften brauchten eine
ganze Weile, um in die Partie zu finden. Nach anfänglichem Abtasten war
die erste Halbzeit von einigen Unkonzentriertheiten und immer wieder von
einfachen Ballverlusten geprägt. Die Partie spielte sich größtenteils
im Mittelfeld ab, gerade der letzte Ball in die Spitze landete sowohl
beim BVB als auch bei Bayer 04 häufig in den Beinen des Gegners.
Wo beim BVB Mkhitaryan nach sieben Minuten von einem missglückten
Abschlag von Leno profitierte, den Ball an der Strafraumkante abfing,
aber nicht rechtzeitig unter Kontrolle bringen konnte, war es auf der
anderen Seite Bellarabi, der einen Ball von Bürki – den Chicharito zuvor
gehörig unter Druck gesetzt hatte – abfing, schlussendlich aber
trotzdem in der Abwehr der Westfalen hängen blieb (16.).
Aubameyang trifft nach Konter zur Führung
Die
einzigen nennenswerten Szenen bis zur 29. Minute, als Mkhitaryan
Aubameyang in den Strafraum schickte, Wendell und Leno den Gabuner aber
gemeinschaftlich stoppen konnten. Auf der anderen Seite kam Toprak nach
einer Ecke aus elf Metern zum Schuss, der aber in Bürkis Armen landete.
Kurz vor der Pause vergab Aubameyang dann die größte Chance des ersten
Durchgangs, als er nach Zuspiel von Leitner und Pulisic aus acht Metern
knapp links am Tor vorbeischoss (45.+2).
Bender und Hummels im Kopfballduell mit Kießling.
Thomas Tuchel brachte mit Beginn der zweiten Halbzeit
Reus für Pulisic in die Partie, der auch gleich für Schwng sorgte, als
er einen Pass von Aubameyang nur um Millimeter verpasste (47.). Auf der
anderen Seite war es Bellarabi, der nach Doppelpass mit Chicharito aus
15 Metern abschloss – Bürki parierte klasse (51.). Auch danach war das
Spiel von der Taktik geprägt (BVB stellte um auf Dreierkette), und keine
Mannschaft konnte sich ein richtiges Übergewicht erspielen, doch der
BVB blieb dran – und kam zur Führung!
Ginter schaltete nach 64 Minuten nach einem Foul am schnellsten und
leitete mit einem schnell ausgeführten Freistoß 30 Meter vor dem eigenen
Tor den Konter ein. Reus nahm die Kugel mit Tempo auf, leitete zu Durm
auf der linken Seite weiter, der im Strafraum quer zu Aubameyang legte.
Der Gabuner musste nur noch einschieben und erzielte damit seinen 21.
Saisontreffer (64.).
Bayer drückt auf den Ausgleich
Kurz
darauf wurde es kurios. Schiedsrichter Felix Zwayer wollte Bayer-Coach
Roger Schmidt, der sich nach dem Treffer aufgeregt hatte, auf die
Tribüne schicken. Der weigerte sich jedoch, so dass Zwayer das Spiel für
gut 10 Minuten unterbrach und mit beiden Teams in den Katakomben
verschwand. Nach Wiederanpfiff kam Bayer Leverkusen dann mit ordentlich
Schwung zurück auf den Platz, drückte auf den Ausgleich. Wendell
verpasste jedoch nach Ecke und Kopfballverlängerung von Kießling am
langen Pfosten um ein Haar (71.), Bürki parierte außerdem stark gegen
Bellarabi (83.), und Chicharito bekam die Kugel aus elf Metern nicht im
Tor unter (90.+2).
Der BVB jedoch ließ sich nicht beirren, auch nicht von der
verletzungsbedingten Auswechslung von Sokratis (75.), und hielt dem
Leverkusener Dauerdruck bis zum Schlusspfiff stand. Reus vergab sogar
zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit freistehend vor Leno die
Möglichkeit, alles klar zu machen.
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin), Gelbe Karten: Kampl,
Chicharito, Papadopoulos, Bellarabi, Kießling, Wendell – Durm. Bes.
Vork.: Zwayer unterbricht das Spiel für 11 Minuten, da Bayer-Trainer
Schmidt nach dem 0:1 den Gang auf die Tribüne verweigert
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft), Wetter: bedeckt, 12 Grad
Samstag, 20. Februar 2016
BVB total!
Feiertagsmagazin
Moritz Leitner
Pressekonferenz
Bayer Leverkusen - BVB
2:0
Euro League
BVB - FC Porto
Freitag, 19. Februar 2016
2:0
Euro League
BVB - FC Porto
Borussia Dortmund hat sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel
in einer Woche beim FC Porto geschaffen: Im heimischen Signal Iduna Park
gewann der BVB gegen das portugiesische Spitzenteam mit 2:0 (1:0).
Vor 65.851 Zuschauern gab es bereits vor dem Anpfiff den ersten Höhepunkt – durch die sensationelle Choreografie der Fans auf der Südtribüne. Im Spiel ging es dann gleich furios weiter: Lukasz Piszczek
brachte die Schwarzgelben bereits in der sechsten Minute mit einem
Kopfball im Nachsetzen in Führung. In der zweiten Hälfte sorgte Marco Reus
für den 2:0-Endstand (71.). Der BVB hätte sogar noch höher gewinnen
können, scheiterte aber zwei Mal am Pfosten (Schmelzer/28.,
Mkhitaryan/85.).
Ausgangslage: Nachdem der BVB in der Gruppenphase „nur“ als
Zweiter in die K.o.-Runde eingezogen war, wartete in der Zwischenrunde
mit dem FC Porto ein dicker Brocken. Die Portugiesen waren als bester
Gruppendritter aus der UEFA Champions League in die UEFA Europa League
abgestiegen. „Wir haben es uns in der Gruppenphase eingebrockt, dass wir
jetzt schon auf Porto treffen. Jetzt haben wir es mit einem Gegner zu
tun, der die Europa League gewinnen kann“, sagte Marcel Schmelzer vor
der Partie. Wichtig sei es, mit Eintritt in die K.o.-Phase „die richtige
Einstellung zu diesem Wettbewerb zu finden“, forderte Thomas Tuchel.
Mit Blick auf die Statistik konnte der BVB mit einem Heimsieg den
Grundstein für ein Weiterkommen legen. Denn bislang gewann die Borussia
15 Mal zu Hause ein Hinspiel - nur einmal reichte dies nicht für die
nächste Runde.
Nach 355 Tagen Zwangspause wieder dabei: Nuri Sahin.
Personalien: Erstmals seit dem 28. Februar 2015 und damit nach
355 Tagen Zwangspause stand Nuri Sahin wieder auf dem Rasen! Der
Mittelfeldspieler sollte gemeinsam mit Henrikh Mkhitaryan auf den
Halbpositionen die Schwungräder drehen. Verzichten musste Trainer Thomas
Tuchel gegen den FC Porto auf Ilkay Gündogan und Roman Weidenfeller
(beide Infekt). Gegenüber dem Ligaspiel gegen Hannover (1:0)
gab es noch drei weitere Wechsel: Neben Sahin (für Gündogan im Team)
begannen Julian Weigl anstelle von Matthias Ginter, Sokratis für Neven
Subotic und Pierre-Emerick Aubameyang anstelle von Gonzalo Castro, der
nicht im Kader war.
Taktik: Borussia agierte wie gewohnt in einer
4-3-3-Grundordnung, im Mittelfeld mit Weigl als zentralem
Defensivspieler, davor halblinks Sahin und noch etwas weiter vorn
postiert Kagawa auf der halbrechten Seite. Porto war in einem 4-4-2
aufgereiht, wobei der zweite Stürmer, Marega, nur dann zentral agierte,
wenn der BVB in Ballbesitz war. Ansonsten wich er auf die rechte Seite
aus. Im Aufbau ließ sich Ruben Neves tief fallen.
Spielverlauf und Analyse: Besser kann man nicht in ein Spiel
starten: Die Borussia war von Beginn an die dominante Mannschaft und
belohnte sich früh mit dem 1:0 (6.). Nach einer kurz ausgeführten Ecke
von Mkhitaryan und Kagawa flankte der Armenier in die Mitte, am
Fünfmeterraum stand Piszczek, der per Fuß an Portos Schlussmann Casillas
scheiterte, im Nachsetzen aber per Kopf zur frühen Führung vollendete.
Aubameyang stand gegen den FC Porto wieder in der Startelf.
Die 1:0 gab natürlich weiter Sicherheit. Dementsprechend
drückte das Tuchel-Team der Partie einen schwarzgelben Stempel auf.
Irre, wie viele Balleroberungen gegen den FC Porto möglich waren,
Wahnsinn, wie schnell das Umschaltspiel funktionierte, während die
Defensive sicher stand.
Nach einer halben Stunde hatte der BVB eine blitzsaubere Partie
abgeliefert, während der Dritte der portugiesischen Liga offensiv nicht
stattfand, keinen gefährlichen Abschluss verbuchen konnte und sich tief
stehend stattdessen hinten einigelte. Mit ein wenig Glück hätte die
Borussia die Führung sogar noch zur Pause ausbauen können, Schmelzer
scheiterte aus extrem spitzen Winkel aber am Pfosten (28.), und Kagawa
rutschte aus zentraler Position im Strafraum weg, so dass sein Schuss
rechts am Kasten vorbeiging (32.). Nach 45 Minuten registrierten die
Statistiker 8:2 Torschüsse aus Dortmunder Sicht. Der Einzige, der aufs
Tor ging, war drin...
Stehende Ovationen für Nuri Sahin
In
der zweiten Hälfte begann das Duell mit dem FC Porto nicht so furios.
Knappe 15 Minuten passierte nichts. Dann ging es wieder hoch her. Erst
wurde Nuri Sahin bei seiner Auswechselung (für ihn kam Leitner)
frenetisch gefeiert (57.), dann hatte Portos Varela mehr Glück als
Verstand, als er Marco Reus rüde umsenste (58.). Statt Gelb wäre hier
durchaus auch Rot vertretbar gewesen. Reus musste behandelt werden,
konnte aber weitermachen.
In der 64. Minute hatte Leitner eine Klasse-Aktion: Der 23-Jährige
chippte den Ball über die gegnerische Abwehr in den Lauf von Kagawa, der
Volleyschuss des Japaners misslang genauso wie der Nachschuss von Reus.
Kurze Zeit später machten es beide aber besser: Kagawa behauptete das
Leder sehenswert gegen zwei Portugiesen, legte ab zu Mkhitaryan, der
wiederum spielte zu Reus - und schon stand es 2:0 (71.). Die
hochverdiente Zwei-Tore-Führung gegen viel zu passiv auftretende Gäste.
Mkhitaryan köpft an den Pfosten
Selbst
bei einem 0:2-Rückstand machte der FC Porto kaum Anstalten, nach vorne
zu spielen. Es wirkte so, als seien die Portugiesen mit dem Spiel und
dem Ergebnis völlig zufrieden. Der BVB überstand die Schlussphase daher
auch relativ problemlos, wobei es selbst nur noch selten gelang, Räume
zu finden, um gefährlich abzuschließen. Ausnahmen: Kagawas Schuss aus
halblinker Position im Strafraum, den Casillas reaktionsschnell abwehrte
(84.) und Mkhitaryans Kopfball an den linken Pfosten (85.). Die letzte
Szene der Partie gehörte dann sogar dem FC Porto: Bürki parierte jedoch
gegen Suk (89.) – es war die erste und einzige Chance der Gäste.
FC Porto: Casillas – Varela, Layun, Martins Indi, José Angel – Herrera, Ruben Neves, Oliveira, Brahimi – Marega, Aboubakar
Einwechselungen: 58. Leitner für Sahin, 86. Pulisic und Ginter
für Reus und Kagawa – 59. André André für Brahimi, 76. Evandro für
Sérgio Oliveira, 87. Suk für Aboubakar
Zuschauer: 65.851 (ausverkauft), Wetter: trocken, 2 Grad
Euro League
Choreo
Borussia Dortmund - FC Porto
18th February 2016
Samstag, 13. Februar 2016
1:0
Pressekonferenz
BVB - Hannover 96
Interview
Ilkay Gündogan
1:0
Mkhitaryan
bricht gegen 96 den Bann
Mühsam, aber am Ende verdient hat Borussia Dortmund am 21. Spieltag die
nächste Hürde in der Fußball-Bundesliga genommen. Mit 1:0 (0:0) besiegte
das Team von Thomas Tuchel Hannover 96 und stellte damit ganz nebenbei
einen neuen Vereinsrekord auf: Neun von zehn Bundesliga-Heimspielen
konnte der BVB in dieser Saison gewinnen.
Vor 80.900 Zuschauern im beinahe ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK
dominierte der BVB eine alles in allem zähe erste Halbzeit, scheiterte
aber mehrfach am bärenstark aufgelegten Zieler im Tor der 96er. Reus
hämmerte zudem einen Freistoß an die Latte. Nach der Pause erhöhte
Borussia weiter den Druck und kam durch Mkhitaryan folgerichtig zur lange verdienten Führung (57.), die man im Anschluss locker über die Zeit brachte.
Ausgangslage: Zweiter gegen Letzter. Der BVB gewann fünf der
letzten sechs Duelle gegen Hannover und blieb nur in einem der letzten
20 Aufeinandertreffen torlos – letzte Saison bei der 0:1-Heimniederlage.
Das Hinspiel in Hannover konnten die Schwarzgelben am 4. Spieltag mit 4:2 für sich entscheiden.
Gündogan zog wie gewohnt die Strippen im Mittelfeld des BVB.
Personalien: Bender (zurück im Mannschaftstraining) und Sahin
(Rückstand) fehlten weiterhin. Auch Aubameyang, der im Pokal in
Stuttgart einen Schlag auf den Fuß bekommen hatte, war nicht an Bord.
Thomas Tuchel nahm drei Änderungen in der Startelf vor: In der Abwehr
begann Subotic statt Sokratis (Bank), zudem spielte Castro für Durm
(Bank) und Kagawa für Aubameyang. Bei Hannover waren Sorg
(Innenbanddehnung im Knie), Andreasen (Knöchelstauchung), Benschop
(Knie-OP), Hugo Almeida (Rücken), Wolf (Rückstand nach Faserriss),
Schulz (Magen-Darm-Infekt) und Szalai (Faserriss) nicht dabei.
Taktik: Trotz der personellen Wechsel lief der BVB wie gewohnt
in einem 4-3-3-System auf. Castro stürmte über den linken Flügel,
Mkhitaryan (in Stuttgart noch im Mittelfeld aufgeboten) wieder über
Rechtsaußen und Reus erneut im Angriffszentrum. Hannover agierte aus
einer 4-1-4-1-Grundordnung, wobei in der zweiten Viererreihe Sané
(halbrechts) und Bech (links) etwas vorgezogen agierten.
Spielverlauf & Analyse: Die Schwarzgelben übernahmen von
Beginn an die Kontrolle der Partie und verzeichneten nach neun Minuten
die erste ganz dicke Gelegenheit, als Reus eine Flanke von Piszczek aus
kurzer Distanz aufs Tor drückte, Zieler aber mit überragendem Reflex
parierte und seine Mannschaft im Spiel hielt. Sieben Minuten später war
es nicht der 96-Keeper, sondern das Aluminium, welches Hannover rettete,
denn Reus drosch einen Freistoß aus etwa 18 Metern an die Latte.
Castro kehrte für Durm in die Startelf zurück und kam über links.
Der Tabellenzweite wurde seiner Favoritenrolle auch
danach gerecht, ließ weitere Möglichkeiten folgen: Zieler rettete im
letzten Moment vor Castro (19.) und vereitelte einen weiteren
Reus-Freistoß, aus ähnlicher Position wie zuvor (28.). Auch Schmelzers
Aufsetzer aus 20 Metern hielt Hannovers Torwart sicher (31.), ein
weiterer Abschluss des Linksverteidigers aus extrem spitzem Winkel
segelte haarscharf am Gehäuse vorbei (38.). Zieler parierte zudem einen
Schlenzer von Gündogan erstklassig (44.). Trotz drückender Überlegenheit
(69 Prozent Ballbesitz) wollte der Borussia aber bis zur Pause kein Tor
gelingen. Hannover trat auf der anderen Seite, mit Ausnahme eines
gefährlichen Kopfballs von Hoffmann, den Bürki parierte (42.), offensiv
überhaupt nicht in Erscheinung.
BVB bleibt bis zum Ende souverän
Auch
in der zweiten Halbzeit präsentierte sich Borussia Dortmund deutlich
stärker als Hannover und kam durch Gündogan nach 54 Minuten zur ersten
Chance. Der Nationalspieler verzog aber von der Strafraumkante knapp
über das Tor. Gegen leidenschaftlich kämpfende Niedersachsen erhöhte das
Team von Thomas Tuchel dann aber peu a peu den Druck – und nach 57
Minuten war der Bann endlich gebrochen.
Aus einem Hannoveraner Angriff heraus resultierte die längst fällige
BVB-Führung: Gündogan fing den Ball ab, passte aus der eigenen Hälfte zu
Reus, der zu Mkhitaryan auf der linken Seite weiterleitete. Der
Armenier nahm Speed auf, zog am Strafraum des Gegners in die Mitte und
schloss aus 17 Metern toll ins rechte untere Eck zum 1:0 ab. Die
Schwarzgelben verwalteten das Spiel danach klug, und Hannover schaffte
es nicht mehr, in die Partie zurückzufinden. Stattdessen hätte Reus aus
spitzem Winkel (74.) erhöhen können, scheiterte aber wieder an Zieler.
Geschafft! Borussia Dortmund hat durch einen verdienten, aber
ungefährdeten 3:1 (2:1)-Auswärtserfolg beim VfB Stuttgart zum vierten
Mal in den letzten fünf Jahren das Halbfinale des DFB-Vereinspokals
erreicht. Es war ein Pokalfight, wie er im Buche steht, in dem Stuttgart
bis zum Ende alles aufbot, der BVB aber standhielt und spät für die
Entscheidung sorgte.
Vor 46.500 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena zeigten beide
Mannschaften ein interessantes und offenes Pokalspiel, in dem der BVB
die bessere Mannschaft war, aber nach Reus' frühem 1:0 (5.) den Ausgleich durch Rupp hinnehmen musste (21.). Aubameyang sorgte vor der Pause für die neuerliche Führung (31.). Danach entwickelte sich ein spannender, intensiver Pokalfight, in dem Mkhitaryan das späte 3:1 markierte (89.).
Ausgangslage: „Jetzt in dieser Phase gegen Stuttgart zu
spielen, in der sie das komplett ausschöpfen und ihr Spiel in der Waage
haben, defensiv wie offensiv, ist das sehr schwer“, erklärte Thomas
Tuchel vor dem Spiel mit Blick auf den Gegner, der in der Bundesliga
nach magerer Hinrunde mit zuletzt vier Siegen und sechs ungeschlagenen
Pflichtspielen in Serie wieder überzeugt hatte. Im DFB-Pokal war es das
fünfte Aufeinandertreffen des BVB mit dem VfB. Bislang war immer die
Heimmannschaft als Sieger vom Platz gegangen: Zwei Mal gewannen die
Schwaben (zuletzt 1998), zwei Mal siegten die Westfalen (zuletzt 1989).
In der Liga konnten die Schwarzgelben Ende November deutlich mit 4:1
gewinnen - die bis dato letzte Niederlage der Mannschaft von Jürgen
Kramny.
Hummels führte den BVB als Kapitän aufs Feld.
Personalien: BVB-Coach Thomas Tuchel musste lediglich
auf Sahin (Trainingsrückstand) verzichten und rotierte im Vergleich zum
0:0 bei Hertha BSC am letzten Samstag auf zwei Positionen: Ginter und
Durm ersetzten Weigl und Castro in der Startformation der Schwarzgelben.
Der VfB musste ohne Barba (Muskelbündelriss) und Ginczek
(Trainingsrückstand) auskommen, die Ex-Borussen Großkreutz und Langerak
standen in der Anfangsformation.
Taktik: Der VfB Stuttgart lief in einer 4-1-4-1-Grundordnung
mit Dié als zentralem Defensivspieler auf. Gegen den Ball löste sich
Didavi aus der Mittelfeldreihe, um gemeinsam mit Kravets Hummels
zuzustellen und das Aufbauspiel der Borussen Richtung Außenpositionen zu
drängen. Im 4-3-3 des BVB rückte Mkhitaryan auf die linke Halbposition
und damit auf eine Höhe mit Gündogan. Im Angriff kam Durm über die linke
Seite und fütterte von dort Reus oder Aubameyang, die immer wieder von
Rechtsaußen ins Zentrum rochierten, mit scharfen Hereingaben.
Spielverlauf & Analyse: Trotz strömenden Regens und
seifigem, äußerst tiefem Geläuf kam der BVB exzellent aus den
Startlöchern. Gleich der erste Torschuss zappelte nach gerade fünf
Minuten im Netz. Mkhitaryan bekam an der Strafraumkante nach zu kurzer
Abwehr von Niedermeier die zweite Chance, passte rechts raus zu
Aubameyang, der quer vor das Tor legte. Dort verpasste Gündogan zwar,
aber Reus lauerte am langen Pfosten und zimmerte die Kugel aus kurzer
Distanz unter die Latte.
Vor dem Spiel gedachten beide Teams mit einer Schweigeminute den Opfern des tragischen Zugunglücks von Bad Aibling.
Auch danach blieben die Schwarzgelben am Drücker,
beschäftigten den VfB mit raffiniertem Aufbauspiel. Besonders Durm zog
immer wieder die linke Außenbahn entlang und stellte die rechte
Stuttgarter Abwehrseite vor Probleme. So klärte Sunjic eine Flanke des
BVB-Spielers im letzten Moment per Kopf vor Reus (11.).
Aubameyang kontert Rupp
Auf
der anderen Seite reichte den Hausherren eine einzige Chance, um den
Spielstand zu egalisieren: Nach einer Ecke bekamen die Borussen den Ball
nicht konsequent genug geklärt, so dass Rupp von der Strafraumkante
abschließen konnte. Mkhitaryan fälschte beim Versuch, zu klären,
unglücklich und unhaltbar für Bürki ab, die Kugel schlug zum 1:1 oben
links ein (21.). Reus hätte umgehend die erneute Führung besorgen
können, verpasste im Zentrum aber um ein Haar (29.). Halb so wild, denn
das erledigte dann Sturmpartner Aubameyang postwendend: Nach Zuspiel von
Reus schloss der Gabuner aus 16 Metern trocken ins untere linke Eck zum
2:1 ab (31.). Großkreutz rettete kurz vor der Pause zudem in höchster
Not vor dem freistehenden Durm (45.+1).
Ginter im Kopfballduell mit Kravets.
Auch nach der Pause entwickelte sich eine intensive
Partie, in der Reus zum Flugkopfball ansetzte, aber nicht rechtzeitig
runterkam (48.), Hummels einen Kopfball nach Mkhitaryan-Ecke nicht
präzise genug aufs Tor bringen konnte (51.) und Langerak refelxartig
gegen Aubameyang aus spitzem Winkel vereitelte (56.). Trotz des
Chancenplus' auf Seiten des BVB war der Ein-Tor-Vorsprung knapp
bemessen, denn Stuttgart kam dem Tor der Borussen in kurzen Drangphasen
immer wieder gefährlich nahe – zunächst aber, ohne die ganz dicken
Chancen herauszuspielen.
Am Ende ging es dann hin und her: Die Schwarzgelben agierten im
Strafraumgewühl etwas zu umständlich, so dass Sunjic kurz vor der Linie
gegen Reus klären konnte (67.). Kurz darauf verpasste Kostic mit einem
Kopfball in Bürkis Arme den Ausgleich für Stuttgart und fackelte wenig
später von links ganz knapp drüber (77.). Niedermeier vereitelte auf der
anderen Seite mit dem Rücken und mehr Glück als Verstand gegen
Mkhitaryan das 3:1 (75.). Außerdem hielt Bürki zweimal klasse gegen
Gentner (82./87.).
Sekunden später hatte Mkhitaryan die Entscheidung auf dem Fuß, verzog
aber aus kurzer Distanz (88.). Dann machte Stuttgart komplett auf, und
die Schwarzgelben nutzten durch einen Konter über Aubameyang die Räume,
so dass Mkhitaryan nach Zuspiel des Gabuners für die späte Entscheidung
sorgte (89.).
Zuschauer: 46.500, Wetter: heftige Regenfälle, 7 Grad
Montag, 8. Februar 2016
DFB-Pokal
Pressekonferenz
VfB Stuttgart - BVB
0:0
Pressekonferenz
Hertha BSC - BVB
Interview
Julian Weigl
0:0
BVB bringt Berliner Mauer
nicht zu Fall
Borussia Dortmund hat einen weiteren Schritt in Richtung UEFA Champions
League gemacht: Bei Hertha BSC spielte der BVB zwar „nur“ 0:0, der
Abstand auf Platz drei beträgt aber nach wie vor zehn Punkte.
Vor über 74.245 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion war
Schwarzgelb optisch zwar überlegen (66 % Ballbesitz), in der Offensive
mangelte es jedoch bei 9:10 Torschüssen an zündenden Ideen, um die
Berliner Mauer in der Abwehr zu knacken. Die Herthaner verteidigten
leidenschaftlich, blieben trotzdem bei Kontern gefährlich und verdienten
sich die Punkteteilung.
Ausgangslage: Mit dem groben Blick auf die Tabelle war das
Duell zwischen dem Tabellendritten und dem -zweiten ein absolutes
Spitzenspiel. Wenn man etwas genauer hinschaute, dann relativierte sich
dies jedoch angesichts eines Zehn-Punkte-Abstandes zwischen dem BVB und
der Berliner Hertha. Im Kampf um die UEFA Champions League konnte
Schwarzgelb bei einem Sieg einen „Big-Point“ landen und Rang zwei fast
schon festbetonieren. Thomas Tuchel: „Wir können da ein Signal geben, an
uns und an die anderen.“ Das Hinspiel gewannen die Dortmunder mit 3:1.
Lukasz Piszczek kommt vor Berlins Mitchell Weiser an den Ball.
Personalien: Mit vier personellen Wechseln ging die Borussia
ins Spiel bei Hertha BSC: Ilkay Gündogan, Marco Reus, Marcel Schmelzer
und Gonzalo Castro, die vor einer Woche beim 2:0 gegen Ingolstadt
in der schwarzgelben Startelf gefehlt hatten, waren wieder dabei.
Matthias Ginter, Adrian Ramos und Erik Durm saßen auf der Bank, Shinji
Kagawa war nicht im Kader. Herthas Trainer Pal Dardai musste auf Per
Skjelbred (5. Gelbe) verzichten, für ihn lief Jens Hegeler auf.
Taktik: Im Duell mit der offensivstärksten Mannschaft der Liga
verpasste Pal Dardai seiner Elf ein defensiveres Gerüst und ließ sie
statt im 4-2-3-1 in einer 4-1-4-1-Grundordnung auflaufen. Auffällig,
dass in Kalou der beste Torschütze der Berliner (zehn Saisontreffer)
vornehmlich mit defensiven Aufgaben betraut war, um mit seinem Tempo den
schnellen Mkhitaryan einzubremsen. Lustenberger spielte zentral hinter
der zweiten Viererreihe, aus der sich Darida und zusätzlich mitunter
auch Hegeler lösten, um das Aufbauspiel der Borussen (die im gewohnten
4-3-3 agierten), bereits im Ansatz zu torpedieren.
Spielverlauf und Analyse: 74.244 Zuschauer - davon fast 20.000
Borussen - sahen eine erste Halbzeit, die äußerst arm an Höhepunkten
war. Der BVB verbuchte zwar mehr Ballbesitz (61%), hatte eine gewohnt
hohe Passquote (82%), aber nicht mehr im letzten Drittel. Gefährliche
Situationen in der Offensive blieben deshalb Mangelware. Gündogans
Schuss in der Anfangsphase (8.), der zwei Meter am Kasten vorbeiging,
und Hummels Kopfball (33.), den Jarstein entschärfte, waren noch die
besten Gelegenheiten.
Mkhitaryan hatte in der 49. Minute die beste Chance zur Dortmunder Führung.
Hertha BSC schien darauf aus, keine Fehler in der
Defensive zu machen. Im Angriff hatten die Berliner die dickste Chance
in der 21. Minute, als Brooks aus fünf Metern knapp über die Querlatte
köpfte. Zuvor war Darida bereits frei zum Schuss gekommen (4.), weil
Castros Kopfball-Abwehr zu unpräzise gewesen war. Ansonsten war es eher
zäh, was beide Mannschaften bei 4:4 Torschüssen nach 45 Minuten
angeboten hatten.
Borussia findet die Lücke nicht
Nach
dem Seitenwechsel übernahm der BVB die Initiative, präsentierte sich
energischer, zweikampfstärker und geduldig. Die Gastgeber, die ein
Abwehrbollwerk aufboten, wurden phasenweise in der eigenen Hälfte
eingeschnürt, während die Borussen den Ball in den eigenen Reihen
zirkulieren ließen. Das sah gut aus, keine Frage. Die Sache hatte nur
einen Haken: Schwarzgelb fand die Lücke nicht, um gefährlich zum
Abschluss zu kommen. Bis auf Mkhitaryans Schuss aus der Distanz (49.),
der das Tor um einen guten Meter verfehlte, gab es nur wenig.
Nach gut 70 Minuten brachte Thomas Tuchel neue Kräfte: Pulisic kam
für Castro (71.) und Ramos für Aubameyang (72.). Die große Chance zur
Führung hatte jedoch Hertha: Nach einem Eckball der Dortmunder konterte
Berlin blitzschnell, Kalou vergab aber aus 18 Metern Gott sei Dank das
1:0 (77.).
Erstmals seit April 2015 ohne Torerfolg
Der
BVB zog in den verbleibenden 13 Minuten zwar weiterhin ein Power-Play
auf, echte Chancen gab es jedoch nicht mehr. Am Ende blieb es bei einem
gerechten 0:0. Für die Borussia war es das erste 0:0 seit dem 14. März
2015 - damals zu Hause gegen den 1. FC Köln. Zum ersten Mal seit dem 4.
April 2015 (0:1 gegen die Bayern) blieb Schwarzgelb in der Bundesliga
zudem ohne eigenen Torerfolg.
Einwechselungen: 71. van den Bergh für Ibisevic, 89. Baumjohann
für Kalou, 90. Stark für Hegeler – 71. Pulisic für Castro, 72. Ramos für
Aubameyang, 81. Ginter für Reus